Robinson Club-Schiff

Robinson Club Cala Serena

AIDA auf dem Land?

Die meisten Reisen verbringt Kruize-Herausgeber UWE BAHN auf Kreuzfahrtschiffen. Da kennt er jedes Deck. Nun ist er zum ersten Mal seit über zehn Jahren eine komplette Urlaubs-Woche an Land: Im Robinson Club Cala Serena auf Mallorca. Irgendwie auch ein Schiff…

Schon komisch so ganz ohne Rettungsübung. Schon vor fünf Stunden war Boarding. Seitdem warte ich in meiner Kabine auf sieben kurze und einen langen Ton. Das international einheitliche Signal für den Notfall. Vielleicht sollte ich mal nachfragen, wo es bleibt.

Staff-Kapitän Peggy

Wo ist die Musterstation?

Es kann daran liegen, dass Ody schon halb im Urlaub ist. Er ist der Captain im Club. Ab morgen vertritt ihn Staff-Kapitän Peggy. Vielleicht machen sie gerade die Übergabe. Wollen wir mal kein Fass aufmachen. Ich möchte auch nicht der einzige sein, der im Robinson Club mit der Schwimmweste unterm Arm zur Musterstation geht. Wo ist die eigentlich? Im Tapas-Restaurant? Oder doch im Theater? Egal, die See ist ruhig.

Sport-Lovers Suite mit eigenem Kicker

Meine Kabine auf Deck 2 ist sehr schön. Alle Kabinen sind sehr schön. Alle haben einen Balkon. Oder die auf Deck 0 eine Terrasse. Innenkabinen gibt es gar nicht. Dafür aber sehr coole Themensuiten. Zum Beispiel die „Sport-Lovers Suite“. Mit einem eigenen Kicker. Könnte ich also im Robinson Club schon mal die HSV-Relegationsspiele durchspielen.

Coole Sports-Suite im Robinson Club

Zum Inventar gehören auch ein Sandsack und ein paar Boxhandschuhe. Die hätte ich auf manch einer anderen Kreuzfahrt in den Büfett-Restaurants gut gebrauchen können. Auf dieser eher weniger. Gedränge gibt es nicht.

Robinson Club für 583 Passagiere

Der Robinson Club Cala Serena hat Platz für 583 Passagiere und 240 Besatzungsmitglieder. Verteilt auf großzügige 120.000 Quadratmeter (Bitte selbst in BRZ umrechnen). Im Heck ist die Gangway, über die man direkt zur Rezeption gelangt. Daneben die große Wall of Fame mit der Historie des Club.

Robinson Club Cala Serena 2003 getauft

Ich war damals 2002 in der Werft dabei, als er umgebaut wurde. Taufe des Neubaus war dann im Juli 2003. Drei Monate vorher wurde das Schwester-Clubschiff, die AIDAaura, getauft. Heidi Klum war die Patin und kämpfte mit dem Satz „…und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.“ Hier in Cala Serena wäre ihr der Satz erspart geblieben.

Der Bug vom Robinson Club

Edelste Materialien wurden im Robinson Club Cala Serena verbaut. So ist die Reling teilweise aus Terrakotta. Auch ein Novum: An der Bugspitze stehen ein paar Pinien! Witzige Idee. Dort habe ich auch den einzigen Robinson Rettungsring entdeckt. Wir werden ihn wohl nicht brauchen, die See ist weiter ruhig.

„Wo sind wir eigentlich morgen?“

Abendessen im Büfett-Restaurant. Früher kannte ich viele Crew-Mitglieder persönlich, aber nun war ich zwölf Jahre nicht an Bord. Im Robinson Club wird sich immer noch geduzt. Das erleichtert die Kontaktaufnahme ungemein. Ich setze mich zu den anderen Passagieren an einen Achtertisch und beginne pro-aktiv das Gespräch: „Wo sind wir eigentlich morgen?“ Es wird still. Sieben Personen geben mir per Gestik zu verstehen, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe. Wenn der Kreuzfahrt-Smalltalk automatisiert ist, dann ist das nicht leicht an Land für einen wie mich.

Robinson ist die Keimzelle von AIDA

Dabei ist das hier doch die Keimzelle der Kreuzfahrt in Deutschland. Die AIDA-Gründerväter kamen vom Robinson Club. Sie brachten viele Ideen mit von Land an Bord. Nur im Entertainment haben sie bei AIDA die Profis rangelassen. Bei Robinson steht ja der Tennislehrer vom Vormittag mittags an der Pasta-Station und abends als Mozart auf der Bühne.

Bikestation Robinson Club Cala Serena

Tendern auf den Berg

Kreuzfahrtschiffe sind ja auch Raddampfer. Wer seinen Landausflug nicht mit dem Bus machen möchte, der geht auf eine geführte Radtour. Die gibt’s auch bei Robinson. Die Bike-Station in Cala Serena leitet ein Weltmeister! Carsten Wolf fuhr einst für die DDR eine Menge Titel zusammen, holte Silber bei Olympia in Seoul. Nun fährt er zum Markt nach Santanyi oder auf den Berg Sant Salvador bei Felanitx. Immerhin 500 Meter hoch.

Tendern mit dem Mietwagen

Ich tender selbst mit meinem Mietwagen die Serpentinen hinauf. Und dann noch einen Nachmittag in Porto Colom. Ein sehr schöner Landgang, den ich auf eigene Faust gebucht habe.

Bordkarte

Dann ein Anfall von Panik: Die Sonne ist untergegangen und ich habe komplett das Zeitgefühl verloren! Schaffe ich es noch rechtzeitig zurück? Hätte ich bloß die Handynummer von Staff-Kapitän Peggy mitgenommen. Die könnte mir sagen, wann wir ablegen. Um 19 Uhr bin ich wieder in Cala Serena. Puh, Glück gehabt: Der Robinson Club ist noch da.

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